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CANTANDO ADMONT – Solo Cantando 1 | Konzert

Freitag, 28. Mai von 19:30 bis 21:30

Freitag, 28.Mai 2021, Einlass 19:30Uhr, Konzertbeginn: 20:00Uhr, Mariahilferkirche Graz, Mariahilferplatz 3, 8020 Graz. Kartenreservierung für Kulturpassbesitzer unter tickets@kultum.at oder mit Kulturpass an der Abendkassa bis spätestens 19:45Uhr (Anm.: COVID bedingt beschränktes Kartenkontingent)

Ein faszinierendes Paradoxon liegt in der komponierten Musik darin, dass sie immer alt ist – Jahrhunderte, Jahre, Monate, bestenfalls Tage oder Stunden —, wenn man sie hört, dass aber, egal wie alt sie ist, sie uns immer neu erscheinen kann, wenn wir sie noch nie gehört haben. Selten kann man sich diesem Versuch über die eigene Hörerfahrung so gut unterziehen wie in den Programmen von Cantando Admont.

Lange konnte im Cubus kein Konzert mehr stattfinden. Wir sind voller Zuversicht, Ende Mai mit einem Programm, das die Musik der alten Zeit gegenüberstellt jener unserer Tage, die im besten Sinne gerade im Entstehen ist, wieder in eine musikalisch erfüllte Zukunft blicken zu können. Werke der Renaissance hat das Vokalensemble Cantando mitgebracht und zeitlich uns viel näher liegende Kompositionen von Samir Odeh-Tamimi, Gerald Resch, Beat Furrer und Christian Klein. Alle Stücke sind für eine kleine Besetzung von einer bis drei Stimmen geschrieben.

Das neue Werk Christian Kleins entstand im Auftrag von Cantando Admont. Wir freuen uns, Ihnen am 28. Mai die Uraufführung im Cubus präsentieren zu dürfen. Eingeflochten hat Christian Klein Petrarcas »Lettere Senili« als Textquelle seiner Komposition. Die »Senili« sind Petrarcas zweite Sammlung an Briefen, sie entstanden zwischen 1361 und 1373, also zu ebenjener Zeit, in der ein Teil dieses Konzertprogramms gut und gerne als Neue Musik hätte durchgehen können bzw. in welcher die Stilistik der Renaissance sich gerade mitten in der Entwicklungsphase befand. Christian Kleins künstlerischer Zugriff auf die Texte des 14. Jahrhunderts hingegen ist ein heutiger: Seine Arbeiten zeichnet eine akkurate Justierung der musikalischen Texturen ebenso aus wie eine nuancenreiche und präzise kalibrierte Rhythmik. Seine neue Komposition werden die beiden Altistinnen Cornelia Sonnleithner und Helena Sorokina interpretieren.

Gerald Reschs »Bruchstücke« basieren auf Texten aus den »Magischen Blättern II« von Friederike Mayröcker. Das Werk entstand 1997 und wurde im selben Jahr in Wien uraufgeführt. Über das Verhältnis zwischen Musik und Text in dieser Komposition schreibt Resch: »Sie nimmt seine Rhythmik und Gestik oft drastisch nachzeichnend auf, um sich so mitten in seine musikalische, unerbittlich subjektive Expressivität einzuschleusen und – gleichsam von Innen heraus – im Gesang aufbrechen zu lassen.«

»Stimme – allein« von Beat Furrer erfuhr seine Uraufführung am 10. September 1997 in der Berliner Philharmonie durch den Bariton Johannes Kösters. Einen ausführlichen Programmtext zum Werk kann man im Archiv der anderen saite online nachlesen: »Passend dazu jagt Furrer Büchners Text durch ein unrund laufendes mechanisches Räderwerk aus geräuschhaften Vokalaktionen aller Art, aus dem die silbenweise interpolierten Textinhalte nur phasenweise klar verständlich hervortreten.« (Michael Zwenzner)

Samir Odeh-Tamimi wurde 1970 in Israel geboren. Er war als Musiker in mehreren Ensembles für traditionelle arabische Musik tätig, ehe er 1993 nach Deutschland auswanderte, wo er Musikwissenschaft in Kiel und Komposition bei Younghi Pagh-Paan und Günter Steinke studierte. Odeh-Tamimi lebt und arbeitet er in Berlin, sein Werk MERÉCH ist 2020 entstanden.

InterpretInnen: Helena Sorokina, Alt, Cornelia Sonnleithner, Alt – Matias Bocchio, Bariton – Christian Klein, Komponist – Cordula Bürgi, Dramaturgie, Musikalische Leitung & Moderation

Programm: Samir Odeh-Tamimi: MERÉCH für Mezzosopran Solo – Guillaume de Machaut: Hé! Dame de vaillance (Virelai) – Gerald Resch: Bruchstücke für Mezzosopran – Johannes Ockeghem: O rosa bella – Beat Furrer: Stimme – allein für Bariton Solo – Christian Klein: Neues Werk für 2 Mezzosoprane – Philippus de Caserta: De ma doulour

Nach dem Konzert: Lateinamerikanische Musik aus der Pampa, aus Buenos Aires, aus der argentinischen Folklore (Je nach Wetter und Lage der Pandemie im Innenhof)

Biografien:

Christian Klein wurde 1967 geboren. Er lebt und arbeitet seit 1988 in Graz. Klein absolvierte ein Kompositionsstudium an der Hochschule für Musik und Theater des Saarlandes und an der Kunstuniversität Graz bei Beat Furrer. Er besuchte Meisterkurse bei Klaus Huber, Gérard Grisey, Elliott Carter und Harrison Birtwhistle. er war Preisträger bei impuls 2005 und erhielt im selben Jahr den Musikförderungspreis der Stadt Graz. Am KULTUM kuratierte er die Sparte Neue Musik.

 Cornelia Sonnleithner, Mezzosopran, studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, sowie an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (Lehrgang für Klassische Operette). Meisterklassen u.a. bei KS Vesselina Kasarova bereicherten ihre Ausbildung. Derzeit erhält die Sängerin Unterricht bei Uta Schwabe. Sie war Finalistin beim internationalen Wettbewerb „Klassikmania“ 2010 und beim Nico-Dostal-Wettbewerb 2015. Von 2012 bis 2018 war sie Mitglied des Wiener Staatsopernchores. Bei den Salzburger Festspielen stand sie als Bauernmädchen in „Le nozze di Figaro“ und als Madrigalistin in „Manon Lescaut“ auf der Bühne.

Die Mezzosopranistin Helēna Sorokina wurde in Riga geboren. Sie studierte an der Lettischen Musikakademie Chorleitung und arbeitete als Dirigentin mit mehreren Chören. Seit 2010 studiert sie Gesang an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Graz Claudia Rüggeberg und Antonius Sol  bzw. Gesangspädagogik. 2008 gewann sie im Emilis-Melngailis-Wettbewerb für junge Dirigenten in Liepaja (Lettland) den Preis für die beste Interpretation eines Chor-Orchester-Werkes. Im selben Jahr wurde ihr im Finale des 4. Internationalen Chordirigentenwettbewerbs Towards Polyphony in Wroclaw (Polen) der Spezialpreis der Jury verliehen. Helena Sorokina ist regelmäßig als Oratorium- und Konzertsängerin für die EuropaChorAkademie und verschiedene Orchester im In- und Ausland tätig. Seit 2017 ist sie Altistin des Vokalensembles Cantando Admont.

Der Argentinier Matias Bocchio wurde 1984 in La Pampa geboren. Im Anschluss an sein Kompositionsstudium an der Universidad Nacional de Córdoba absolvierte er den Masterstudiengang Gesang mit Profil Neue Musik bei Prof. Frank Wörner an der Musikhochschule Stuttgart. Seine Gesangsausbildung erweiterte er bei Anna Escala, Rebecca Martin, Ulrike Sonntag und Matthias Klink. Sein solistisches Operndebüt gab Matias Bocchio als Kommissar Kurt Wallander in der Oper W – The Truth Beyond des schwedischen Komponisten Fredrik Sixten. Weitere Titelnrollen sang er im Theater Nordhausen bei Bonnie und Clyde (UA) von Christian Diemer und im National Oper Kiev, bei Panne, Sale, Sabbia (UA) von Carmine Cella. Er hat mit der Gächinger Kantorei der Internationalen Bachakademie Stuttgart, dem ChorWerk Ruhr, dem Vokalensemble Schola Heidelberg, dem Forum Neue Vokalmusik und dem Stuttgarter Opernchor gesungen.

mehr Info

Foto © Cantando Admont

 

Details

Datum:
Freitag, 28. Mai
Zeit:
19:30 bis 21:30
Veranstaltungskategorien:
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Veranstaltung-Tags:

Veranstalter

Cantando Admont
E-Mail:
https://www.cantando-admont.com/

Veranstaltungsort

Wallfahrtskirche Mariahilf
Mariahilferplatz 3
Graz, 8020 Österreich
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Für KulturpassbesitzerInnen ist der Eintritt unentgeltlich. In jenen Kultureinrichtungen, die über begrenzte Sitzplätze verfügen, sind in der Regel Kontingente für KulturpassbesitzerInnen vorgesehen. Der/die KulturpassbesitzerIn kann bzw. muss reservieren.