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IN MEMORIAM POGROMNÄCHTE 1938 – Literatur, Musik, Film

Sonntag, 6. November von 17:00 bis 18:15

Sonntag, 6. November 2022, Beginn: 17:00 Uhr, Ende: 18:15 Uhr, kunstGarten

Reihe Women Empowerment: Literatur NELLY SACHS & Musik HENRIK SANDE & Film

Mit Irmi Horn & Henrik Sande: In Erinnerung an die Pogromnächte und die schrecklichen Konsequenzen. Mit Literatur & Musik & Film möchten wir Empathie wachsen lassen und gegen Hass, Voreingenommenheit und Feindseligkeit auftreten.

Leonie (“Nelly”) Sachs, geboren am 10.12.1891 in Berlin, war das einzige Kind wohlhabender jüdischer Eltern. Ihr größter Wunsch war, Tänzerin zu werden, aber sie begann auch früh zu schreiben. Mit 17 Jahren erlebte sie eine tiefe aber hoffnungslose Liebe, die ihr Leben und Schaffen entscheidend beeinflusste; viele von ihren späteren Gedichten kreisen um den “toten Bräutigam,” der (nach Hilde Domin) 1940 von der Gestapo verhaftet und später ermordet wurde. Über den Geliebten sprach Nelly Sachs nie. Fast wäre sie wie ihre Freundinnen Gertrud Kolmar und Helene Herrmann von den Nazis ermordet worden, und wir wüßten nicht einmal ihren Namen. Denn die spätere “Dichterin jüdischen Schicksals” und Nobelpreisträgerin für Literatur erhielt den Befehl für den Abtransport und das Visum nach Schweden am selben Tag.
Am 16. Mai 1940 kamen Nelly und Margarete Sachs mit dem letzten Flugzeug aus Berlin in Stockholm an (der Vater war 1930 gestorben). Neben der harten Arbeit des Überlebens (Sachs arbeitete zeitweise als Wäscherin) und der anstrengenden Pflege der kranken Mutter begann sie, Gedichtzyklen und szenische Dichtungen zu schreiben. Trotz ihrer großen Produktivität wurde Sachs bis Ende der 50er Jahre in der Bundesrepublik ignoriert. 1960 bekommt sie den Meersburger Droste-Preis, 1965 als erste Frau den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, 1966 als erste und bisher einzige deutsche Dichterin den Nobelpreis. Zusammen mit dem Erfolg aber kamen wieder schwere Leiden, die Schrecken der Vergangenheit suchten die fast Siebzigjährige noch einmal heim, sie brach 1960 zusammen und mußte lange Zeit in einem Sanatorium verbringen. Trotz ihrer Krankheit und der Folter der Elektroschocktherapie schrieb sie weiter; es entstanden ihre letzten großen Gedichtzyklen. Nelly Sachs starb am 12.5.1970 in Stockholm.
Werke u.a.:
1947: In den Wohnungen des Todes.
1949: Sternverdunkelung. Gedichte.
1951: Eli. Ein Mysterienspiel vom Leiden Israels
1951: Die Leiden Israels.

An diesem Nachmittag will kunstGarten mit einem Film das Bewusstsein für Menschenrechte schärfen und auf verschwiegene und oft noch unaufgeklärte Vergehen hinweisen und generell ein Zeichen zur Achtung der MENSCHENRECHTE setzen.

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Foto (c) Irmi Horn & Henrik Sande

Details

Datum:
Sonntag, 6. November
Zeit:
17:00 bis 18:15
Veranstaltungskategorien:
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Veranstaltung-Tags:
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Veranstalter

kunstGarten
Telefon:
+43.316.262 787
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Veranstaltungsort

kunstGarten
Payer-Weyprecht-Strasse 27
Graz, 8020 Österreich
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+43 (316) 262787
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Für KulturpassbesitzerInnen ist der Eintritt unentgeltlich. In jenen Kultureinrichtungen, die über begrenzte Sitzplätze verfügen, sind in der Regel Kontingente für KulturpassbesitzerInnen vorgesehen. Der/die KulturpassbesitzerIn kann bzw. muss reservieren.